10.000 Feiern in der Münchener Olympiahalle

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LifeProof at NIGHT of the JUMPs
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Die altehrwürdige Olympiahalle München erlebte am vergangenen Samstag eines ihrer Highlights. Mehr als 10.000 Zuschauer feierten nicht nur den ersten Buggy Flip in der Geschichte der NIGHT of the JUMPs, sondern erlebten auch ein hochklassiges, bis zur letzten Sekunde spannendes Finale im vorletzten Event der FIM European Freestyle MX Championships 2016.

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Pyro Opening

Insgesamt standen sich in der bayerischen Landeshauptstadt 11 Fahrer aus sechs Nationen gegenüber, um wichtige Punkte für die Europameisterschaft im Freestyle Motocross zu sammeln. Besonderes Augenmerk lag dabei sowohl auf dem Brüderpaar Hannes und Luc Ackermannn aus Deutschland als auch auf dem amtierenden Weltmeister Maikel Melero (ESP), der zuletzt 10 Events der NIGHT of the JUMPS Tour in Folge gewinnen konnte.

Munich 2016 by MM-7553

Line Up NOTJ Munich

Schon in der Qualifikation zeigte sich, dass es hier um wichtige Punkte zu einem der prestigeträchtigsten Titel im Freestyle MX ging.  Als erster Fahrer des Abends ging Steve Sommerfeld (AUS) an den Start. Steve – bekannt als TV Presenter der NIGHT of the JUMPs World Championship Highlights – belegte eindrucksvoll, dass er wirklich aus erster Hand weiß, wovon er sonst berichtet. Er belegte einen eindrucksvollen 9. Platz in der Qualifikation und zeigte dabei Tricks über alle Rampen die bereits zu Beginn die Zuschauer aus den Stühlen rissen.

Steve Sommerfeld

Steve Sommerfeld

Ihm folgte Marc Pinyol (ESP), der nach längerer Verletzungspause noch den Anschuss an das internationale Fahrerfeld sucht. Marc zeigte bereits in der Qualifikation eine Egg Roll an der Quarter Pipe und unterstrich sein Ambitionen sich einen Platz auf der globalen Tour für 2017 zu sichern. In München reichte es noch nicht aus, da er durch einen Dead Sailor etwas aus dem Konzept kam und seinen Run nicht wie gewollt präsentieren konnte.

Marc Pinyol

Marc Pinyol

Mit Leonardo Fini (ITA) rockte ein weiterer Newcomer die Olympiahalle. Er zeigte einen absolut sauberen Lauf mit allen Höchstschwierigkeiten und zeigte im Double Up auch noch eine blitzsaubere California Roll. Er sicherte sich zu diesem Zeitpunkt die Spitze in der Qualifikation und konnte sich letztendlich auch einen der begehrten Top 6 Plätze für das Finale sichern.

Leo Fini

Leo Fini

In das Finale wollte auch Hannes Ackermann(GER) – der ältere der beiden deutschen Brüder und 5-fache Deutsche Meister. Bereits im Training präsentierte er sich in Topform und brachte diese auch in seinem Lauf auf den Punkt. Im Double Up wollte auch er den Sack zu machen und sich einen Finalplatz sichern. Konzentriert fuhr er an und zeigte über 26m eine Volt (Drehung neben dem Motorrad) doch bei der Landung gab es den ersten Schreckmoment des Abends – Hannes konnte sein rechtes Bein nicht wieder über das Bike bringen und schlug neben dem Bike auf der Landung ein. Nach einigen Schrecksekunden und unter ärztlicher Aufsicht verließ er aber anschließend die Arena auf eigenen Beinen. Die abschließende Diagnose war jedoch ähnlich niederschmetternd für den jungen Thüringer: ca. 3 Monate Zwangspause durch Verletzungen im Lendenwirbelbereich.

Hannes Ackermann bei seiner Volt - Leider nicht sauber gelandet

Hannes Ackermann bei seiner Volt – Leider nicht sauber gelandet

Unter dem Eindruck des Sturzes von Hannes musste Libor Podmol (CZE) als fünfter Fahrer zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt in die Arena. Routiniert zeigte er einen perfekten Lauf und lies sich weder von den feiernden Fans noch vom zuvor erlebten Sturz beindrucken. Souverän übernahm er die Führung in der Qualifikation.

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Libor Podmol

José Miralles, der spanische Altmeister und Highest Air Spezialist war als nächstes an der Reihe – er spulte sein Trickrepertoire perfekt ab aber konnte sich mit 285 Punkten nicht sicher sein ob es für einen Finalplatz in München reichen sollte, da er sich noch hinter dem jungen Italiener – Leonardo Fini platzierte.

José Miralles

José Miralles

Brice Izzo gerade zurück von einer Handverletzung, die er sich beim ersten WM Lauf in Basel (SUI) zugezogen hatte war ebenfalls hochmotiviert. Bereits im ersten Sprung wollte er einen Akzent setzen und fuhr in die Quarter Pipe. Beim 540° drehte er ein wenig schräg und musste seine Ambitionen direkt wieder begraben, da nach einem heftigen Einschlag – der glücklicherweise ohne Folgen blieb – nicht an die Fortsetzung seines Laufes zu denken war.

Brice Izzo

Brice Izzo

Trickpremiere nach Trickpremiere zeigte David Rinaldo (FRA), der Weltmeister von 2013. Mit einem Dead Body Flip und gleich darauf einem Lazy Boy Flip to No Hand Landing begeisterte er nicht nur Judges und Publikum, auch dem Moderator gingen schon jetzt beinahe die Superlative aus. Klar platzierte sich David an der Spitze der Qualifikation und somit für das Finale.

David Rinaldo

David Rinaldo

Nach dem Sturz seines älteren Bruders war es für den jüngeren Ackermann nicht leicht sich als jüngster Fahrer des Feldes für das Finale zu qualifizieren. Doch im Trikot des EHC München, der am Abend zuvor erstmals Deutscher Meister geworden war eroberte er zunächst das Publikum im Sturm. Mit der Unterstützung im Rücken zeigte er dann einen sauberen Lauf und kontrollierte seinen kraftvollen Style hervorragend, sodass er sich ebenfalls sicher für das Finale qualifizieren konnte.

Luc Ackermann

Luc Ackermann

Es folgten die TOP 2 Fahrer aus der aktuellen EM Wertung Remi Bizouard (FRA) und Maikel Melero (ESP), die beide noch ein wenig pokerten und sich ganz sicher und ohne besondere Vorfälle für das Finale qualifizierten. Keiner der beiden ging ein Risiko ein und zeigte sein volles Können. Somit konnte man weiter gespannt sein, ob es Maikel Melero gelingen würde, seine unglaubliche Siegesserie von 10 Siegen in Folge fortzusetzen oder ob ihm einer der anderen Finalteilnehmer einen Strich durch die Rechnung machen würde.

Remi Bizouard

Remi Bizouard

Im LifeProof Best Whip kam es zum Showdown der beiden jüngsten Fahrer im Feld. Luc Ackermann und Marc Pinyol machten den Sieg im Whip Finale unter sich aus. Mit einem unglaublichen Whip siegte schlussendlich der Spanier hauchdünn vor Luc Ackermann und sicherte sich seinen ersten kleinen Sieg bei einer NIGHT of the JUMPs.

Marc Pinyol - Winner LifeProof Best Whip Contest

Marc Pinyol – Winner LifeProof Best Whip Contest

Vor der Pause gab es allerdings noch eine ganz besonderes Dankschön an das treue Münchner Publikum – der erste Buggy Back Flip bei einer NIGHT of the JUMPs. Gerhard Mayr flipte dabei ohne Training seinen 650Kg schweren Buggy über eine Distanz von 16m. Die Zuschauer bedankten sich mit Standing Ovations beim Österreicher für seine Performance.

Gerhard Mayr - Buggy Flip @ NIGHT of the JUMPs

Gerhard Mayr – Buggy Flip @ NIGHT of the JUMPs

Auch im Re-Opening gab es eine Überraschung. Gemeinsam mit dem grandiosen Münchner Publikum sangen die Jungs von voXXclub und sorgten für die richtige Stimmung im Finale.

voXXclub bei der NIGHT of the JUMPs

voXXclub bei der NIGHT of the JUMPs

Zuvor galt es jedoch für Altmeister Jose Miralles im Maxxis Highest Air seine Titel Ambitionen zu unterstreichen. Durch die verletzungsbedingte Absage von Massimo Bianconcini (ITA) war ihm aber der souveräne Sieg über 8,5m weder von FMX Dauersieger Maikel Mellero mit 8,00m noch von Luc Ackermann 7,00m zu nehmen, die beide ihre Kräfte und das Material für das anstehende Finale schonen wollten.

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Das Finale eröffneten die beiden Youngster. Leonardo Fini legte vor aber er kam im längeren Finalrun sowohl konditionell als auch von seinem Trickrepertoire an seine Grenzen. Trotzdem sicherte er sich als erster Fahrer den begehrten Platz im Hotseat.  Luc Ackermann als zweiter Finalfahrer konnte sich erneut konzentrieren und zeigte seine besten Tricks in Perfektion. Im Anschluss an seinen Lauf ließ er sich vom Münchener Publikum Minutenlang feiern – bevor die Judges ihn auf dem Hotseat Platz nehmen ließen.

Luc Ackermann

Luc Ackermann

Im Vorlauf hatte Maikel Melero noch gepokert, um sich eine Finalteilnahme zu sichern. Auf Rang vier hatte er jetzt den Nachteil, dass er vor den anderen Favoriten auf den Track musste und somit nicht wusste, was diese zeigen würden. Er setzte alles auf eine Karte und rutschte bei seiner sonst so sicheren Eggroll leicht weg und stürzte. Trotz verzweifelter Aufholjagd in den letzten Sekunden seines Runs war es klar, dass seine Siegesserie in München nach 10 Siegen in Folge ein Ende finden würde. Nur Platz 6 für den zweifachen Weltmeister zeigt, wie hoch das Niveau bei der NIGHT of the JUMPs ist.

Maikel Melero

Maikel Melero

Luc Ackermann war also noch immer auf einem Podiumskurs, als die letzten 3 der Qualifikation ihren Final-Lauf starteten. Den Anfang des Ex Weltmeister Trios machte der 3-malige Weltmeister Remi Bizouard. Er zeigte einen sauberen Lauf aber ohne neue Tricks und Überraschungen – was die 5 internationalen Kampfrichter mit einem 4. Platz bewerteten. Luc verteidigte also zum 2ten mal den Hot Seat und sicherte sich frühzeitig einen Podiumsplatz. Es folgte Libor Podmol, der tschechisch Weltmeister von 2010 fuhr souverän und zeigte neben California Roll, diverse Backflips, eine Egg Roll an der Quarter und verdrängte Luc Ackermann vom Hotseat. Als Sieger der Qualifikation wurde David Rinaldo, Weltmeister von 2012, die Ehre des letzten Fahrers des Abends zuteil. Er wiederholte seinen unglaublichen Lauf aus der Qualifikation, in der er ja schon 2 Trickpremieren zeigte und legte noch weitere Höchstschwierigkeiten drauf. Die letzte Entscheidung des Abends schien bereits gefallen, als der Lichtkegel auf Libor Podmol zeigte und David Rinaldo auf den zweiten Platz verwies. Libor Podmol gewann damit nach langer Pause wieder mal eine NIGHT of the JUMPs.

Libor Podmol

Libor Podmol

Die EM bleibt weiterhin spannend. Mit 50 Punkten liegt Maikel Melero sechs Punkte vor Remi Bizouard, sodass die Entscheidung über die Europameisterschaft auf den 21. Mai in der Mannheimer SAP Arena vertagt wurde. Die NIGHT of the JUMPs wird am 22.04.2017 wieder nach München zurückkehren.

Results NIGHT of the JUMPs München